Der „ultimative“ Van Ausbau


Der Versuch alle Aspekte des Themas zu umfassen würde schlichtweg scheitern. Trotzdem möchte ich dir einige wichtige Tipps und Tricks mit auf den Weg geben, um deinem Wunschprojekt einen Schritt näherzukommen.

… Ein paar Bilder von meinem „perfekten“ Windsurfvan 😛 …

Sei dir im Klaren, was du brauchst!


Weniger ist mehr

Leute, die ihren kompletten Haushalt mitschleppen und sich kaum mehr im Camper bewegen können sieht man immer wieder. Speziell wenn es um Sportgeräte geht, wird häufig übertrieben. Überlege dir was du wirklich brauchst und was du vielleicht auch mal mieten kannst.

Dieser Vorsatz gilt auch vor deinem ersten Umbau oder deinem Fahrzeugkauf. Am besten mietest du dir für ein paar Tage einen bereits umgebauten Van und fährst damit in die Pampa oder auf den Campingplatz, je nachdem was eher deinem Reisestil entspricht. So merkst du schnell was du wirklich brauchst und sammelst gleichzeitig Ideen.

Über die Fahrzeugdimensionen lässt sich generell streiten, denn jede Version bietet gewisse Vor- und Nachteile. So hast du mit Stehhöhe im Innenraum keine Rückenprobleme im hohen Alter, dafür hast du höhere Ausgaben bei Fähre, Maut und Sprit. Außerdem sind Parkgaragen und sehr viele Parkplätze in Strandnähe ein Ding der Unmöglichkeit. Wer keine Kosten scheut, greift nach dem teuren Hochstelldach, welches die Lösung der Problematik zu sein scheint. Extra eines Nachrüstens lohnt sich meiner Meinung nicht. Das Dach als Schlafplatz zu nutzen kann ich aus eigener Erfahrung nicht wirklich empfehlen, zumindest wenn du nicht in ruhigeren Gegenden unterwegs bist.

Baue während einer Auszeit um!


Dieser Punkt ist mitunter vielleicht am schwierigsten umzusetzen, aber sei dir im Klaren, dass sich der Ausbau SEHR zeitintensiv gestaltet. Das zusätzliche Arbeitspensum zusätzlich aufzuhalsen wird dir auf Dauer keine Freude bereiten. Bei dem Umbau sollst du Spaß haben und deine Kreativität ausleben können. Dafür benötigst du Zeit und Geduld.

Handwerkliches Geschick lässt sich meiner Ansicht aneignen und ist damit reine Fleißarbeit. Das Einarbeiten in Themenbereiche wie Elektrotechnik und Statik sind sicher nicht verkehrt, wobei hier bereits viel mit gesundem Menschenverstand und Recherche erreicht werden kann. 😉

Solltest du die Zeit nicht haben, dann kaufst du am besten etwas Ausgebautes oder lässt es umbauen. In diesem Fall bist du jedoch auf Hilfe angewiesen, sollten Probleme auftreten oder du etwas ändern möchtest.

Was du immer dabei haben solltest


Einen Notfallschlafsack – Den braucht man erstaunlicherweise immer wieder. Sei es wegen tagelangem Regenwetter oder einem unerwarteten Temperatursturz. Im ersten Fall bist du über eine trockene Ersatzdecke froh und im zweiten über eine zweite Decke.

Kleine Müllsäcke – Damit sorgst du automatisch für einen reduzierten und vor allem komprimierten Müllhaushalt. Außerdem kannst du diese auch fast überall einfach entsorgen. Mit großen Säcken machst du dir und anderen keine Freunde.

Einen Spaten – Wenn es denn mal sein muss. Übrigens ein „Schüfeli“ tut es auch.

Bücher – Klar du musst ja nicht gleich die ganze Bibliothek mitschleppen, aber ein gutes Buch in ruhigen Zeiten ist einfach Gold wert!

Kartenmaterial – Am besten in elektronischer Form. Erkunde die Welt und sei kein Sehenswürdigkeiten-Jäger*in. Falls du dich trotzdem als solche*r identifizierst, dann gönne dir auch mal einen Tag Pause und plane deine Reise nicht von Anfang bis Ende.

Goodies – Über Schweizer Schokolade freut sich jeder und falls du unterwegs auf tolle Leute triffst, was eigentlich immer der Fall ist, dann hast du gleich ein kleines Dankeschön zur Hand. Ein kühles helles nach einer sportlichen Aktivität wirkt meist auch Wunder. 😉

Dein Lieblingsspiel – Ein Brettspiel oder du immer tolle Leute triffst, ist dein Lieblingsspiel manchmal genau das richtige für einen „Day-off“. Mehr als 3 Stunden sollte das Spiel aber nicht dauern
und auch nicht allzu kompliziert sein. 😉

Außerdem solltest du einen Schuhabtreter, einen Besen, einen Frischwasserkanister und ein paar Stühle für draußen immer dabei haben. Einen Tisch schadet auch nie.

Themen die zur Diskussion anregen


Nach einem Blick unter die Motorhaube – oder besser die Heckklappe 😉 – fragen mich die Leute häufig über folgende Themen aus. Hier meine Meinung dazu.

Budget – Das Thema schlecht hin! Natürlich möchte man keine Unsummen von Geld in einen Blechkasten stecken, welcher dann nach fünf Jahren den Geist auf gibt. Andererseits können auch viele Investitionen wieder demontiert und in den nächsten Van verbaut werden. Der größte Kostenpunkt ist wahrscheinlich ohnehin die Ausbauzeit. Solltest du also auf einen möglichst günstigen Umbau aus sein, dann kauf dir am besten ein paar passende Möbel zusammen und schusterst diese passend in dein Königreich. Das reicht auch schon sehr weit. 😉

Baumaterial – Das Baumaterial Holz ist nicht nur preiswert, sondern liefert in vieler Hinsicht sehr gute Dienste. Es ist einfach zu bearbeiten und liefert optisch ein heimeliges Ambiente. Dank der schlechten Wärmeleitung, fühlt sich Holz auch bei winterlichen Temperaturen nicht wirklich kalt an.
Um das Gesamtgewicht des Ausbaus zu reduzieren, empfiehlt sich die Konturen der Elemente mit Balken zu konstruieren und am Schluss mit einem leichten, dünnem Material zu verkleiden. Als Balkenmaterial eignen sich Maschinenbauprofile aus Aluminium bestens, sind aber auch etwas teurer.

WC – Ja ein etwas leidiges Thema, speziell in Gegenden ohne entsprechende Infrastruktur. Eine Bar oder ein Restaurant gibt es zum Glück fast überall und wer möchte die kulinarischen Gerichte auf Reisen missen? Zur Not tut der Spaten seine Dienste. OHNE geht gar nicht, denke hier auch mal an deine Mitmenschen!

Dusche – Die billigen schwarzen Duschsäcke sind für den Notfall ok, aber wirklich Spaß macht es damit nicht. Aktuell benutze ich lieber einen Drucksprüher, welcher sich mittels Handpumpe unter Druck setzten lässt. Dazu verwende ich das warme Wasser des schwarzen Duschsacks, welche mir als Wasserreserve dient.
Aktuell arbeite ich an einem System, welches die Abwärme der Fotovoltaikanlage nutzt, um das Wasser zu erwärmen. Gleichzeitig funktionieren die Module effizienter, denn der Wirkungsgrad verschlechtert sich zunehmend bei steigender Temperatur.

Küche – Wie oben bereits erwähnt ist es eigentlich schade auf die kulinarischen Genüsse der Reise zu entsagen. Aber solltest du doch mal den Wunsch verspüren, selbst Kochlöffel anzulegen, dann reicht dir wahrscheinlich ein simpler Campingkocher mit Gaskartuschen. Wird mehr gekocht, dann empfiehlt sich eine Kücheneinheit mit Gasflaschenanschluss, da die einzelnen Gaskartuschen schnell ins Geld gehen. Ich selbst verwende einen Kocher, welcher mit Brennsprit arbeitet, was sich als äußerst kostengünstig und platzsparend herausgestellt hat. Als Richtlinie: 1l Brennsprit reicht, um etwa 30l Wasser zum Sieden zu bringen.

Abwasch – Zum Abwaschen verwende ich – zurzeit – denselben Drucksprüher, wie zum Duschen.

Isolierung – Das Thema wird etwas gehypt. Ganz ehrlich du bekommst kaum alle Flächen komplett isoliert und das Thema Dampfsperre ist dann auch gleich mal dahin. Solltest du deinen Innenraum auskleiden, hast du zwischen Wand und Blech ohnehin stehende Luft, welche bestens isoliert. Viel wichtiger ist, dass du die Fenster isolieren kannst und für eine ausreichende Luftzirkulation im Innenraum sorgst.
Isolation hin oder her… in kalten Gegenden macht das Leben ohne Standheizung ohnehin kaum Spaß. Andererseits kannst du bei Steppenklima ein bis zwei Stunden länger schlafen, bis dich die Hitze aus dem Bus treibt.

Standheizung – Auf jeden Fall empfehlenswert, wenn du in kühleren Gegenden auf Reisen bist und du dir kein Airbnb gönnen möchtest. Speziell bei morgendlichem Frosttau bin ich unendlich froh die Standheizung anlaufen lassen zu können. Das Gleiche gilt nach einer winterlichen Surfsession. Die Heizleistung dimensionierst du nach gegebener Raumgröße, Isolation und herrschender Außentemperatur. Die Kleinste mit ihren 2kW, liefert bei mir bereits auf minimaler Leistung zu viel.
Stehst du längere Zeit an einem Plätzchen, dann wäre eine zusätzliche Bordbatterie und einem Solarmodul empfehlenswert. Sonst könnte es passieren, dass du da womöglich für längere Zeit stehst. Die Standheizung benötigt für den Betrieb doch etwas Strom und die 14 Ampère für den Startvorgang kann deine Batterie, vor allem bei winterlichen Temperaturen, schneller in die Knie zwingen, als du ahnst.

Kühlbox – Ja genau Box nicht Schrank… damit schwappt dir nicht jedes Mal die Kaltluft aus dem Ding, wenn du es öffnest. Falls du kein Solarmodul hast, kann ich vom Strombetrieb abraten. Die Leistungsaufnahme der Wärmepumpe ist doch beachtlich und du bist nach ein paar Tagen stromlos. Überlege dir, ob nicht vielleicht auch eine passive Kühlbox ausreichend ist. Speziell in Gegenden mit kalten Nächten lässt sich diese relativ gut nutzen. Ansonsten kühlst du am besten mit Gas, da du zum Kochen wahrscheinlich ohnehin auf Gas zurückgreifst.

Bordbatterie – Eine zusätzliche Batterie ist eigentlich nie verkehrt und kostet auch nicht mehr alle Welt. Damit läufst du nicht Gefahr deine Autobatterie zu entladen und den Motor nicht mehr via Batterie starten zu können.
Als Campinggast ist alles easy! Du brauchst nichts weiter als eine Kabelrolle mit entsprechendem Campinganschluss und dir ist lediglich durch die Sicherung Grenzen gesetzt! 😉
Als Selbstversorger wirst du dich für den Luxus wahrscheinlich unzählige Stunden in Foren, Wikipedia-Beiträgen rumtreiben müssen. Das kann aber durchaus amüsant sein. Zur Dimensionierung der Komponenten machst du dir am besten eine Liste deiner Verbraucher mit deren Laufzeit und Leistungsaufnahme.

Solarmodul – Am einfachsten als komplett-sorglos-Paket kaufen mit Laderegler, Batterieklemmen und Kabel. Ob du die Dinger versuchsweise in die Sonne legst oder schlussendlich fix auf dem Dach montierst, bleibt dir überlassen. Bei einer Montage auf dem Dach solltest du wissen, dass die Panels extrem heiß werden können. Die Umsetzung der Idee das Duschwasser damit zu erwärmen steht noch aus.

DC/AC Wandler – Damit du beispielsweise dein Laptop laden kannst, greifen die meisten Leute auf einen Wechselrichter zurück, welcher aus den 12V DC die 230V AC generiert. Da die meisten Geräte aber ohnehin Gleichspannung benötigen, kannst du auch gleich auf einen Gleichspannungswandler zurückgreifen. Ich benutze dazu einen, bei welchem ich Spannung und Strom entsprechend einstellen kann.

Bildschirm – Klar ziemlich Schick das Ding, speziell in Kombination mit dem energiesparenden Raspberry Pi. Damit lassen sich so manch düstere Regenstunden mit Netflix oder dem emulierten Nintendo 64 System aushalten. 😛
Zur Rechtfertigung… mit einem zweiten Bildschirm geht so manch Büroarbeit etwas besser bearbeiten. Bei der Bearbeitung von einer Homepage möchte ich zum Beispiel keinen zweiten Bildschirm missen und auch das Editieren von Videomaterial geht deutlich besser mit einem zweiten Bildschirm. 😉

Smart Home – Man muss nicht gleich alles via Smartphone und Sprachsteuerung gesteuert werden können, aber wenn man es kann… 😉
Bei mir in erster Linie in Verwendung zum Dimmen des Lichts, der Regelung des Kühlboxeigenbaus und zur Messung des Stromverbrauchs und entsprechendem Zuschalten der Solarpaneele.

Werkzeug – Zu guter Letzt das wichtigste, denn die besten Ideen hast du meistens unterwegs und da wäre es doch schade nicht gleich Hand anlegen zu können. 😉

Jetzt mit deinem Ausbau starten


Falls du noch offene Fragen in gewissen Bereichen hast, dann vereinbare doch einen Beratungstermin oder lasse dir deinen gewünschten Umbau offerieren.